Positive Signale am Milchmarkt
Petschar sieht positive Signale am Milchmarkt Österreichs Milchwirtschaft Top in Qualität und Sicherheit

„Die Vorzeichen am europäischen Milchmarkt stehen wieder etwas positiver. Auch wenn dies für unsere Einschätzung auch noch nicht ausreichend ist, so freuen wir uns doch über erste positive Signale am Milchmarkt. Dies zeigten zuletzt Notierungen für Butter oder auch diverse Käsesorten“, erklärte der Präsident der Vereinigung Österreichischer Milchverarbeiter und Geschäftsführer der Kärntnermilch Direktor Helmut Petschar anlässlich des ersten AMA-Milchforums in Kärnten. „Nun muss es gelingen, dass diese positive Entwicklung durch Marktstrukturmaßnahmen mehr Schwung erhält, damit auch für unsere Milchbauern wieder kostendeckende Preise erlöst werden können.“


Bekanntlich hat nach einem Hoch der internationalen Milchpreise im Jahr 2007 und Anfang 2008 ein EU-weiter Verfall bei den Preisen eingesetzt, der durch die weltweite Wirtschaftskrise verschärft wurde. Nunmehr scheint sich das Blatt wieder zu wenden. Es ist aber notwendig, dass seitens der EU-Kommission mit mehr Engagement diese positive Trendwende verstärkt wird. Vor allem marktentlastende Maßnahmen im Inland, die zu einem verstärkten Einsatz von Milch und Milchprodukten in der Lebensmittelverarbeitung und in der Futtermittelwirtschaft führen, sind dringend erforderlich. Damit sollte es auch gelingen, den Trend Richtung Milchimitationsprodukte zu unterbinden, die auch beim Konsumenten für Irritationen gesorgt haben.


Petschar sieht weiters die kompromisslose Fortführung der österreichischen Qualitätsstrategie als richtiges Zukunftskonzept. „Wir haben in Österreich dazu die Voraussetzungen mit unserer kleinteiligen, bäuerlichen Landwirtschaft, dem hohen Anteil an Bauern in berg- und benachteiligten Gebieten. Unsere lückenlose Nachvollziehbarkeit und Kontrolle garantieren, dass wir den heimischen Konsumenten mit gutem Gewissen die besten Produkte anbieten können. Damit haben wir auch im Export zusätzliche Verkaufsargumente, etwa in der kontrollierten Gentechnikfreiheit unserer Produkte.“


Diese hohe österreichische Qualität und die schwierigen Produktionsstrukturen in der österreichischen Landwirtschaft bedingen natürlich auch höhere Kosten. Daher sind einfache Preisvergleiche mit billigen Diskontlebensmitteln aus dem Ausland, die keinesfalls unseren hohen Qualitätsstandards genügen, nicht zielführend. Wer immer derartige Preisvergleiche anstellt, sollte wissen, dass damit heimische Wertschöpfung und Arbeitsplätze in Gefahr geraten.


„Mit unseren hohen Qualitätsstandards ist es der österreichischen Milchwirtschaft schließlich auch gelungen, die Wirtschaftskrise vergleichsweise besser zu meistern als viele andere Länder. Dies zeigen auch die Exportzahlen, wo auch im abgelaufenen Jahr der Export mit 931 Mio. Euro und der positive Außenhandelssaldo von 398 Mio. Euro  bei einem Exportanteil von 44 Prozent weiter gesteigert werden konnte. Dabei setzt die österreichische Milchwirtschaft vor allem auf den Export von konsumfertigen Produkten, der Anteil an Verarbeitungsmilch lag zuletzt unter 5 Prozent“, ergänzte Petschar.