Geplante Richtlinie zu unfairen Handelpraktiken in der Lebensmittelkette
Zusätzliche Qualität muss fair abgegolten werden

„Für die höheren Qualitäten der österreichischen Milchprodukte wie gentechnikfrei, glyphosatfrei, AMA-Gütesiegel, Bio, Bio-Wiesenmilch oder Heumilch sorgen die Milchbauern und deren Molkereien schon seit vielen Jahren“, stellt der Präsident der Vereinigung Österreichischer Milchverarbeiter (VÖM) Direktor Helmut Petschar fest. Der Handel sei ein ganz wichtiger Partner, damit diese konsequente Qualitätsstrategie der österreichischen Milcherzeuger, die allerdings auch mit höheren Kosten verbunden ist, auch nachhaltig abgesichert sei.

Präsident Petschar nimmt damit Bezug auf die aktuelle Diskussion zu der geplanten Richtlinie zu unlauteren Handelspraktiken, die derzeit im Rat und Parlament auf EU Ebene behandelt wird. Ein Vorschlag bayrischer Abgeordneter hat massive Gegenreaktionen beim Handel ausgelöst. Demnach wäre es dem Handel verboten, ökologische oder Tierschutzstandards festzulegen, die über den gesetzlichen Anforderungen liegen.

In Europa und insbesondere in Österreich ist der Lebensmittel-Einzelhandel auf wenige Handelsketten konzentriert. Zusätzlich wird die Verhandlungsposition der Landwirte und deren Vermarkter durch die rapide Zunahme von Eigenmarken des Handels weiter geschwächt. Der Umsatz mit Eigenmarken hat bei diversen Warengruppen bereits die 50 Prozentmarke überschritten. Vor diesem wirtschaftlichen Hintergrund haben viele Milchbauern die Befürchtung, dass aufgrund der Marktstellung höhere Qualitäten von den Handelsketten nicht entsprechend abgegolten werden.

Ähnlich wie Bundesministerin Köstinger, äußert sich Petschar dazu: “Ein Verbot höherer Qualitäten bei Eigenmarken will niemand. Die österreichischen Milchbauern und Molkereien arbeiten laufend daran, die schon jetzt erreichte international vorbildliche Qualität zu erhalten, weiter zu verbessern und auszubauen. Mehrleistungen und höhere Qualitäten müssen aber in einer fairen und partnerschaftlichen Weise abgegolten werden. Höchste Qualitätsstandards zum Weltmarktpreis sind nicht möglich und gefährden die flächendeckende Milchproduktion im Berggebiet.“ Dir. Petschar erwarte sich von der Richtlinie als Teil der zukünftigen Europäischen Agrarpolitik klare und praxisbezogene Lösungen.

 

Rückfragehinweis:

Mag. DI Johann Költringer
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