Aktuelle Entwicklungen auf dem Milchmarkt
Österreichs Molkereien zeigen Wettbewerbsfähigkeit

Im Jahr 2007 zeigt der Milchmarkt in Österreich – hervorgerufen durch die Entwicklung auf den internationalen Märkten – eine sehr dynamische Entwicklung. Nach jahrzehntelang relativ stabilen Rohstoffmärkten mit niedrigen Preisen, kommt es nun zu Steigerungen bei den Preisen. Die Gründe für den weltweiten Anstieg der Milchpreise sind einerseits eine Zunahme im Verbrauch, vor allem in den Ländern, die derzeit auch eine hohe Wirtschaftsentwicklung zeigen, z.B. China, Indien, Südostasien. Allgemein steigt mit einer Zunahme der wirtschaftlichen Möglichkeiten der Verbrauch von Milchprodukten. Gleichzeitig gab es in wichtigen Exportländern ungünstige Witterungsbedingungen, was die weltweiten Lagerbestände reduziert hat.

 

Diese Entwicklung hat sich auch auf dem EU-Milchmarkt fortgesetzt, auch hier sind massive Steigerungen zu verzeichnen. Die Interventionslager sind leer. Auf Grund der bisher niedrigen Preise gab es auch eine etwas verhaltene Produktion, nur in wenigen Ländern wurde die nationale Produktionsquote überschritten. Die Europäische Union hat alle Stützungsmaßnahmen für den Export ab 17. Juni d.J. eingestellt.
Auf Grund der saisonalen Anlieferungsdynamik ist für den Rest des Jahres eine zusätzliche Marktdynamik zu erwarten.

 

Die erste massive Bewegung bei den Rohstoffmärkten war bei den Preisen für Milch- und Molkepulver zu vermerken, gefolgt von den Notierungen für Butter und andere Milchprodukte. Diese sind auf Grund der Offenheit der Märkte auch für uns maßgebend.

Milchpreiserhöhungen landen bei den Bauern

 

Diese Entwicklung auf den Märkten hat zunächst dafür gesorgt, dass die Bauernmilchpreise auch in Österreich seit dem letzten Jahr deutlich verbessert werden konnten. Der harte Wettbewerb nach Rohstoff konnte von österreichischen Molkereien mit international wettbewerbsfähigen Preisen beantwortet werden. So sind die Milchauszahlungspreise für unsere Bauern seit September letzten Jahres um ca. 8 Cent inkl. MwSt. auf mittlerweile über 41 Cent im Durchschnitt (September 2007) gestiegen (+ 23%). Diese Entwicklung führt dazu, dass die Einkommen der heimischen Milchbauern, die bisher unter vergleichbaren Arbeitseinkommen gelegen sind, im heurigen Jahr deutlich gesteigert werden konnten und seit langem die Vollkosten zum Teil wieder erwirtschaftbar wurden.

 

Konsumentenpreise moderat gestiegen

 

Der Anstieg bei den Kosten führte auch dazu, dass die Preise für Konsumenten angehoben werden mussten. Ein langjähriger Preisvergleich zeigt jedoch, dass in Österreich wichtige Milchprodukte (wie z.B. Butter und Käse) noch immer billiger sind als vor dem EU-Beitritt. Auch Trinkmilch hat sich seit 1993 nur um ca. 5% verteuert, die Ausgaben der einzelnen Haushalte für Lebensmittel sind über die Jahre hinweg laufend gefallen und liegen derzeit zwischen 12% und 13% des durchschnittlichen Haushaltseinkommens. Milchprodukte in Österreich sind für die österreichischen Konsumenten günstig.

 

Österreichische Milchwirtschaft wettbewerbsfähig

 

Für die österreichischen Milchverarbeiter ist es sehr wichtig, dass auch angesichts der höheren Rohstoffpreise die Wettbewerbsfähigkeit gegeben ist. Die österreichischen Milchverarbeiter haben es bisher geschafft, trotz strukturbedingter höherer Erfassungskosten vergleichbare Preise an die Milchbauern zu leisten. Gleichzeitig wurde massiv in die Verarbeitung von Milchprodukten investiert, um für die Konsumenten hochqualitative und innovative Milchprodukte zu gewährleisten. Dies führt dazu, dass die

 

Verarbeitungskapazitäten laufend modernisiert und verbessert werden. Die Exportquote konnte laufend gesteigert werden und liegt derzeit bei 42% der Produktion. Der Export unverarbeiteter Tankmilch wurde auf weniger als 6 % reduziert.
Die Wettbewerbsfähigkeit in allen Belangen wird auch in Zukunft oberste Priorität haben.

 

Österreichische Milchwirtschaft setzt auf hohe Qualitätsstandards

 

Traditioneller Weise werden im Rahmen der Österreichischen Milchwirtschaftlichen Tagung auch die neuesten gesundheits- und ernährungspolitischen Entwicklungen im Molkereisektor diskutiert. Auch heuer gibt es wieder eine Reihe von hochkarätigen Referenten, die gewonnen werden konnten. Für die österreichische Milchwirtschaft ist die Absicherung des höchsten Qualitätsstandards sehr wichtig, die österreichische Milch hat eine hervorragende Qualität und bietet die Ausgangsbasis für hervorragende und vielfältige Lebensmittel, die in einer gesunden und ausgewogenen Ernährung nicht fehlen sollten. Daher wird auch seitens der österreichischen Milchwirtschaft auf die laufende Qualitätsverbesserung besonderes Augenmerk gelegt.

 

Weitere Informationen:

 

Mag. DI Johann Költringer
VÖM Vereinigung Österr. Milchverarbeiter
Tel.: 01/21136-2558
Mail: voem@netway.at