Pressegespräch: Aktuelle Entwicklungen in der Milchwirtschaft

PRESSEGESPRÄCH

Donnerstag, 1. Oktober 2009,
13.00 Uhr, Genußzentrum Stift Schlierbach
4553 Schlierbach/OÖ.

 
Aktuelle Entwicklungen in der Milchwirtschaft

Österreichs Milchwirtschaft erfolgreich in schwierigen Zeiten

Österreichs Molkereien konnten sich in der sehr schwierigen Situation auf den Milchmärkten, die durch die Wirtschaftskrise verschärft wurde, gut behaupten. Mit einem durchschnittlichen Milchauszahlungspreis von 32,83 Cent/kg in den ersten acht Monaten (mit 4,2 % Fett und 3,4 % Eiweiß, brutto) konnten zwar Österreichs Milchbauern derzeit auch nicht positiv wirtschaften, aber offensichtlich haben Österreichs Molkereien den Preisabsturz doch besser abfedern können; verglichen mit den deutschen Preisen erhielten damit die österreichischen Bauern im Jahr 2008 100 Mio. € mehr an Milchgeld.

In den ersten acht Monaten im heurigen Jahr gab das ein Plus von ca. 89 Mio € (+ Umsatzsteuer), dies bedeutet ein Plus von ca. 2.500,--€ je Landwirt inkl. Umsatzsteuer.

„Für die österreichischen Molkereien ist es ein großes Anliegen, dass die österreichischen Milchbauern einen akzeptablen Preis erhalten. Die österreichischen Molkereien hoffen, dass die zuletzt eingetretene positive Trendwende auf den internationalen Märkten auch in Österreich mehr Schwung erhält und damit eine nachhaltige Verbesserung bei den Erzeugerpreisen erfolgen kann“, erklärte der scheidende Präsident der Vereinigung Österreichischer Milchverarbeiter, Generaldirektor i.R. DI Günther Geislmayr.

Voraussetzung für eine nachhaltige Verbesserung am EU-Milchmarkt ist ein deutlich engagierteres Einschreiten der Europäischen Kommission mit Marktstützungsmaßnahmen. Wenn auch die Intervention kurzfristig Schlimmeres verhindern konnte, so muss dennoch danach getrachtet werden, den EU-Milchmarkt mit zusätzlichen Aktionen in der weiterverarbeitenden Lebensmittelindustrie oder für Futtermittelzwecke zu entlasten. Auch dürfen die eingelagerten Interventionsmengen nicht beim ersten Anzeichen nach oben auf den Markt geworfen werden. Zusätzlich sollte auch der politische Rahmen für ein längerfristiges angebotseitiges Marktsteuerungsmodell gelegt werden.

Petschar: Österreichs Milchwirtschaft setzt weiterhin auf Qualität

Österreichs Chancen im hart umkämpften internationalen Wettbewerb ist es auf die hohe Qualität und besonderen Produktionsbedingungen der heimischen Milchwirtschaft zu setzen. Österreichs Milchprodukte bieten hier entscheidende Vorteile: Zunächst erfolgt die Milchproduktion in kleinen und überschaubaren Einheiten und unter hohen Umwelt- und Tierschutzstandards. Mit der Gentechnikfreiheit kann den Konsumenten zusätzliche Sicherheit geboten werden. Weiters setzen die heimischen Molkereien laufend auf eine möglichst konsumentenfreundliche Produktgestaltung und Verpackung. Schließlich kann der verstärkte Konsum heimischer Milchprodukte einen wichtigen Beitrag zu einem klimafreundlichen Verbraucherverhalten setzen.

Kooperation zwischen Marktpartnern in Zukunft wichtiger

Österreichs Milchwirtschaft hat es bisher verstanden, sich im internationalen Wettbewerb mit seinen hervorragenden Produkten durchzusetzen, dies konnte auch in den abgelaufenen Jahren sowie im ersten Halbjahr 2009 auf Grund der vorliegenden Außenhandelszahlen unter Beweis gestellt werden. Mittlerweile werden ca. 44 % der heimischen Milchprodukte im Ausland abgesetzt und erfreuen sich dort steigender Beliebtheit. Für den Heimmarkt ist es wichtig, dass starke Kooperationsachsen zwischen Bauern, Molkerei, Lebensmittelhandel und Verbraucher bestehen. Nur dadurch kann es gelingen, die heimischen Schienen mit Qualitätsprodukten sowie regionalen Produkten auszubauen.

Petschar erwartet sich auch seitens des österreichischen Handels, dass die Qualitätsstrategie der österreichischen Molkereien mitgetragen wird. Damit soll dem Wunsch der österreichischen Konsumenten nach heimischen Produkten, mit heimischer Qualität entsprochen werden und diese auch die wirtschaftliche Basis finden. Schließlich erwarten wir eine faire Partnerschaft mit dem Handel damit die hohe österreichische Qualität auch dem österreichischen Milchbauern zugute kommt.

„Nur echt ist recht“ – Aktion für das Original

Einen besonderen Schwerpunkt legt die österreichische Milchwirtschaft mit der Überzeugung der Konsumenten und Lebensmittelindustrie wieder verstärkt hochwertige heimische Milchprodukte zu verwenden. Mit dem Slogan der AMA Marketing GmbH „Sicher ist Sicher“ sollen billige Lebensmittelzubereitungen bzw. Importe, die gute österreichische Milchprodukte oder Käse ersetzen, thematisiert werden, und damit verstärkt auf das Original zurückgegriffen werden.

Insbesondere darf es nicht durch mangelnde oder schlechte Kennzeichnung zu einer Konsumententäuschung kommen. „Mit der Verwendung von Kunstkäse und diversen Ersatzprodukten für Cremen und andere Produkte wurde massiv Schindluder getrieben. Wir erwarten, dass im Interesse der Konsumenten und Bauern unsaubere Praktiken abgestellt werden und, wo der Konsument dies erwartet, das gute Original verwendet wird“, ergänzte Petschar. Die VÖM unterstützt daher auch die Bemühungen der Codex-Kommission nach einer unmissverständlichen Kennzeichnung und hofft, dass diese auch entsprechend kontrolliert wird.

 

Weitere Informationen:

Mag. DI Johann Költringer

VÖM  Vereinigung Österr. Milchverarbeiter

Tel.: 01/21136-2558

Mail: voem@netway.at