Zukunft und Visionen für die Milchwirtschaft
Hohe Qualität und sichere Versorgung

2011 – Ein Jahr mit stabiler Entwicklung

2011 konnten die österreichischen Molkereien einen weiteren Erfolg zur positiven Entwicklung und Stabilisierung auf den Milchmärkten erzielen: mit einem durchschnittlichen Milchauszahlungspreis von 38,81 Cent/kg (Jänner bis September 2011, natürliche Inhaltsstoffe, brutto) konnten die österreichischen Molkereien für die Milchbauern bessere Preise als im Jahr 2010 (+ 12,5 %) auszahlen. „Damit konnte die schwierige Entwicklung auf den Bauernhöfen infolge der EU-weiten Milchkrise wett gemacht werden und ein Beitrag zur Stabilisierung der bäuerlichen Einkommen erreicht werden. Angesichts allgemein steigender Energie- und Rohstoffpreise und der harten täglichen Leistung auf den Bauernhöfen stellt dies eine notwendige und erfreuliche Entwicklung dar“, erklärte der Vizepräsident der Vereinigung österreichischer Milchverarbeiter GD DI Josef Braunshofer.

Österreichische Milchprodukte günstig

Hintergrund für die positive Entwicklung sind weltweit steigende Notierungen für Rohstoffe und auch für Milchprodukte. Diese Entwicklung sowie steigende Rohstoff- und Energiepreise machen allerdings auch Anpassungen der Molkereiabgabepreise an die Handelsketten erforderlich, die wiederum zu Preisanpassungen für den Verbraucher führen können. Preisvergleiche zu anderen Ländern zeigen allerdings, dass Milch und Milchprodukte im EU-Vergleich in Österreich für die Konsumenten nach wie vor günstig sind. Wichtige Milchprodukte haben die Preise der 80er Jahre nach den EU-bedingten Preisrückgängen noch immer nicht erreicht. Einer Studie von Tetra Pack zufolge sind Trinkmilchpreise in den EU-15 in Österreich nach Deutschland die Zweitgünstigsten. Die Preisvergleiche der AK sind hingegen einseitig und irreführend, weil sie verschiedene Qualitäten vergleichen und nur mit einem Nachbarland erfolgen.

Österreichische Qualität einzigartig

Gentechnikfreiheit, regionale Spezialitäten, der hohe Anteil an Bioprodukten, hohe Umweltstandards und spezielle umweltfreundliche Produktionsbedingungen (z.B. Heumilch) unterstreichen die Einzigartigkeit der österreichischen Milchprodukte. Diese abzusichern und weiterhin auszubauen erfordert die Bereitschaft der öffentlichen Hand, des Handels und der Verbraucher, die Mehrkosten abzugelten. Daher ist es auch nicht förderlich, wenn im Zuge diverser Bestpreis- oder Tiefpreisgarantien unterschiedliche ausländische Qualitäten mit den hohen österreichischen Qualitätsstandards verglichen werden und damit massiver Preisdruck auf die österreichischen Erzeuger und Verarbeiter ausgeübt wird, im Gegenteil es bedarf entsprechender Bereitschaft und Initiativen diese hohen erstklassigen Qualitäten weiterhin zu ermöglichen und die Mehrkosten abzudecken. Anstelle der „Bestpreisgarantie“ sollte vielmehr eine Garantie für höchste Qualität in den Vordergrund gestellt werden.

Versorgungssicherheit gewährleisten

Die österreichische Milchwirtschaft trägt einen wesentlichen Anteil für eine äußerst hochwertige und abwechslungsreiche Ernährung der Österreicher. Diese zu fördern und abzusichern sollte das oberste Bemühen der Neukonzeption der Agrarpolitik sowie der Politik des Lebensmittelhandels sein. Dies erfordert entsprechende Weichenstellungen in den politischen Beschlüssen zur zukünftigen gemeinsamen Agrarpolitik und beim „Milchpaket der EU“. Stabilisierung auf dem Markt und die Verringerung der hohen Volatilität sind notwendig, weiters ein Förderprogramm, welches die Erzeugung hochwertiger Produkte und die Produktion in Berg- und benachteiligten Regionen durch entsprechende Förderungen und Rahmenbedingungen besonders unterstützt. Schließlich gilt es durch entsprechende Rahmenbedingungen sicherzustellen, dass entlang der Wertschöpfungskette in der Lebensmittelwirtschaft keine strukturellen Marktungleichgewichte entstehen, die eine langfristig positive Entwicklung gefährden könnten. „Insgesamt geht es darum, den Milchstandort Österreich durch ein abgestimmtes Maßnahmenpaket zu stärken“, ergänzte Braunshofer.