Hohe Qualität österreichischer Milchprodukte als Zukunftsrezept
Molkereien sorgen für bestmögliche Vermarktung der Milch nach Quotenende

Milchprodukte von höchster Qualität, von denen man weiß, woher sie kommen und wofür sie stehen“ - dies ist das Rezept der österreichischen Milchwirtschaft für die Zeit nach Ende der EU-Milchquotenregelung, von der man sich allgemein steigende Milchmengen und einen noch höheren Wettbewerbsdruck für die Milchprodukte erwartet. „Angesichts des steigenden Marktdruckes wird es daher umso wichtiger sein mit glaubwürdigen Qualitätsargumenten Vorteile in der Vermarktung zu haben“, erklärte Helmut Petschar, Direktor der Kärntnermilch und Präsident der Vereinigung Österreichischer Milchverarbeiter anlässlich der Milchveranstaltung mit der ZAR in Wels.

Österreichs Milchwirtschaft hat die letzten Jahre bereits viel in die Qualitätsstrategie investiert. Zu nennen sind die hohen Qualitätsstandards der angelieferten Milch, die flächendeckende Gentechnikfreiheit, die hohen Umwelt- und Tierschutzstandards, der hohe Anteil von Bio- und Spezialprodukten wie Heumilch sowie regionale Spezialitäten. Zudem werden die Verarbeitungsqualität und der Verbrauchernutzen durch Investitionen in die Verarbeitung und aufwendigere Verpackungen laufend verbessert.

Die österreichischen Molkereien, die Großteils als Genossenschaften im Eigentum der Landwirte stehen, sorgen als verlässliche Partner der Landwirte für die bestmögliche Vermarktung der Milch. Sie fordern vom österreichischen Lebensmittelhandel eine faire Zusammenarbeit und ein tatkräftiges Bekenntnis zu österreichischen Qualitätsprodukten. Eine gute und partnerschaftliche Zusammenarbeit entlang der Lebensmittelkette und zwischen allen Organisationen, die in der Milchwirtschaft tätig sind, wird für die Zukunft des Milchstandortes Österreich besonders wichtig sein.

Wie hoch die Steigerung der Milchproduktion in Österreich bzw. in anderen EU-Ländern ausfallen wird, hängt von mehreren Faktoren ab. Die allgemeine Einschätzung ist jedenfalls eine Mehrproduktion in Österreich bzw. für den gesamten EU-Markt. Weltweit rechnet z.B. die FAO mit einem Wachstum von ca. 24 % von 2010 bis 2020, ein deutlich stärkeres Wachstum als in der EU, wobei diese Milchprodukte vor allem von den dynamisch wachsenden Volkswirtschaften nachgefragt werden die mehr Kaufkraft und einen Hunger nach höherwertigen Lebensmitteln haben. Die Entwicklung der Nachfrage wird dabei vor allem von der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung in diesen Ländern bestimmt.

Für Österreich ergibt sich daraus, dass neben der Behauptung am Inlandsmarkt vor allem eine noch stärkere Exportstrategie notwendig sein wird, auch wenn jetzt bereits 44 % der österreichischen Milch außer Landes vermarktet wird.

Die österreichische Milchwirtschaft ist bereit, diesen Weg offensiv zu gehen, sie erwartet sich dazu eine glaubhafte Unterstützung seitens der österreichischen und europäischen Politik. Diese müssen konkrete Rahmenbedingungen und Unterstützungsmaßnahmen beinhalten, um diesen Weg gehen zu können. Ein klares Bekenntnis zum Milchstandort Österreich erfordert die Unterbindung jeglicher diskriminierender Maßnahmen durch überhöhte gesetzliche Auflagen und Kosten für die heimische Milchproduktion und Verarbeitung, weiters unterstützende Maßnahmen beim Aufbau von Exportmärkten. Schließlich hängt an der Milchwirtschaft die Pflege und den Erhalt der heimischen Landschaft und die Versorgung der Österreicher mit hochwertigen Lebensmitteln aus gesicherten heimischer Produktion, ergänzte Petschar.