Milch - von Natur aus wertvoll
Milch - ein sehr wertvolles Lebensmittel

 

PRESSEGESPRÄCH

anlässlich AMA-Milchforum 2013
Donnerstag, 21. November 2013,

Präs. Dir. Helmut Petschar


„Milch und Milchprodukte sind sehr wertvolle natürliche Lebensmittel. Sie enthalten viele essentielle Vitamine, Mineralien und hochwertiges Eiweiß. Ihre Natürlichkeit und Ausgewogenheit in der Zusammensetzung, sowie die hohe biologische Verfügbarkeit sind der Schlüssel dafür, daß Milch für Nahrungszwecke mehr ist als die Summe ihrer isolierten Bestandteile. Milch und Milchprodukte im Rahmen einer ausgewogenen Diät zu sich genommen, gewährleisten die Aufnahme von wichtigen Nährstoffen in höchster Qualität“, erklärt der Präsident der Vereinigung Österreichischer Milchverarbeiter Direktor Helmut Petschar anlässlich des diesjährigen Milchforums der Agrarmarkt Austria GmbH.

Milch wird in Österreich mit höchster Sorgfalt und Verantwortung produziert und zu hochwertigen Produkten verarbeitet, sodaß der volle Nährwert der Milchprodukte ungeschmälert zu den Verbrauchern gelangt. Kleinteilige Produktion, strenge Tierschutz- und Umweltauflagen und besondere Hygienestandards sichern die hohe Qualität. Mit dem Kauf von heimischen Milchprodukten wird die Pflege der Landschaft gesichert, 75 % der Milch und Milchprodukte stammen aus Berg- und benachteiligten Gebieten, ein weiterer wichtiger Grund für den Konsum heimischer Milchprodukte.

Schließlich stehen österreichische Milch und Milchprodukte auch für sehr hohe Ansprüche bei der Verarbeitung und Innovation. Als Beispiele für den hohen Innovationsgrad der heimischen Milch gelten der international hohe Anteil an Biomilchprodukten, die Tatsache, daß die gesamte heimische Milchwirtschaft gentechnikfrei produziert sowie laufend neue Innovationen wie z.B. zuletzt die Heumilch- und Bio-Wiesenmilchproduktgruppe und die vielen internationalen Auszeichnungen.

Österreichische Milch und Milchprodukte stellen einen hohen Wert dar, im Rahmen des AMA-Gütezeichens werden diese zusätzlich über die gesetzlichen Anforderungen hinaus auf Qualität geprüft. Klar ist auch, daß heimische Milch und Milchprodukte nur dann nachhaltig erzeugt werden können, wenn dieser „Mehrwert“ auch eine entsprechende Abgeltung findet. Hier sind Handel und Konsumenten gefordert, unsere hohen Standards in der Produktion durch eine entsprechende Abgeltung auch abzusichern.

2013: „Stabile Entwicklung am Milchmarkt“
Die stabile Entwicklung am Weltmilchmarkt hat in der Zwischenzeit den europäischen und österreichischen Milchmarkt nach oben getrieben, auch wenn die Preisanpassungen in Österreich vergleichsweise spät bzw. geringer erfolgten. Diese feste Marktentwicklung stammt von einer Verknappung in wichtigen Produktionsgebieten zu Beginn des heurigen Jahres, gleichzeitig von einer regen Nachfrage am Weltmarkt. Die österreichischen Bauern und Verarbeiter konnten an der internationalen Entwicklung des Milchmarktes aufgrund der restriktiven Politik des österreichischen Lebensmittelhandels nicht im entsprechenden Ausmaß profitieren – und dies trotz der objektiv höheren Produktionsstandards. Diese Entwicklung ist für die österreichischen Milchbauern und -verarbeiter nicht akzeptabel und kann in weiterer Folge zu entsprechenden Umdisponierungen von Milchmengen führen.

Für die österreichischen Bauern ist eine entsprechende Entwicklung der Milchgelder essentiell, es geht um die Absicherung der heimischen Höfe und um die Abgeltung höherer Kosten im Futterbereich und bei Betriebsmitteln. Auch ist es nicht zu vertreten, daß für „höhere Qualität“ nicht die entsprechenden Preisanpassungen gewährt werden, wie dies auch für „Standardqualitäten“ am Weltmarkt geschieht. Im Sinne der vielgepriesenen Regionalität, die zuletzt von österreichischen Handelsketten stark beworben wurde, wird hier eine verantwortungsvollere Vorgangsweise eingemahnt.

Österreichs Milchpreise steigen im internationalen Trend
Die Erzeugermilchpreise sind im Laufe des heurigen Jahres auch in Österreich dem internationalen Trend folgend gestiegen, sie erreichten mit September dieses Jahres im Durchschnitt 38,86 € netto und 43,52 € brutto, dies liegt um 12 % über den Vergleichswerten des Vorjahres, vor allem durch verbesserte Erlöse im Export. Dennoch ist es bis dato nicht gelungen, die Dynamik des Weltmarktes auch in Österreich entsprechend umzusetzen, hier ist ein entsprechendes Verantwortungsbewusstsein des heimischen Lebensmitteleinzelhandels gefragt, der Nachhaltigkeit und Regionalität bewirbt, aber nicht honoriert.

Österreich´s Molkereien können nur die Molkereiabgabepreise beeinflussen, die Endverbraucherpreise werden von den dominierenden Handelsketten festgelegt, deren Entwicklung nicht unbedingt ident ist. Insgesamt bleibt aber festzuhalten, daß Milchprodukte in Österreich sehr günstig sind. Milchprodukte im Preiseinstieg sind heute billiger als vor 20 Jahren, Butter um 7,2 %, Ementaler um 19,4 % obwohl im gleichen Zeitraum die Inflation um 47,8 % und die Durchschnittslöhne um 65,2% gestiegen sind. Gleichfalls bewirken moderate Preisanpassungen für Milchprodukte sehr überschaubare Mehrkosten für den Konsumenten z.B. 10 Cent je Liter Trinkmilch ca. 8 €/Jahr oder 66 Cent/Monat und 1 € je Kilogramm Butter und Käse ca. 25 €/Jahr oder ca. 2 €/Monat.

„Gentechnikfreiheit, die Produktion in Berggebieten und höhere Standards bewirken eine höhere Qualität, aber auch höhere Kosten, die abgegolten werden müssen, ansonsten wird diese gefährdet. Hier ist die besondere Verantwortung des österreichischen Lebensmittelhandels gefragt, für unsere Milchbauern ist eine Abgeltung ihrer Kosten wichtig, denn ansonsten können die Standards dauerhaft nicht gehalten werden“, ergänzte Petschar.

 

Rückfragehinweis:
Mag. DI Johann Költringer
VÖM – Vereinigung Österreichischer Milchverarbeiter
Friedrich-Wilhelm-Raiffeisenplatz 1, A – 1020 Wien
Tel:     +43/1/211 36 – 2558
Email:    voem@netway.at