Superabgabe für österreichische Milchbauern reduzieren
Pteschar: Politische Initiative gefordert

"Die Superabgabe stellt für die Milchwirtschaft aktuell eine nicht gerechtfertigte Belastung dar. Im letzten Jahr mussten die österreichischen Milchbauern 29 Millionen Euro nach Brüssel zahlen und dies, obwohl Milchprodukte derzeit weltweit sehr gut absetzbar sind. Zur Zeit steht diesen hohen Belastungen kein Nutzen gegenüber, es ist vielmehr verlorenes Geld, welches auf den Höfen fehlt. Es ist höchste Zeit, politische Maßnahmen zur Reduktion dieser Belastung für unsere Milchbauern zu setzen", erklärte der Präsident der Vereinigung Österreichischer Milchverarbeiter Direktor Helmut Petschar.

Das EU-Milchquotensystem läuft noch bis März 2015. Es regelt die höchst erlaubte Milchmenge je Mitgliedsstaat und Milchbauer. Die Quoten werden EU-weit nicht überschritten, lediglich in 5 bis 6 Ländern. In Österreich werden die Quoten am höchsten überschritten und verursachen somit Zahlungen der Milchbauern an das EU-Budget. Das Instrument ist für "Überschusszeiten" hilfreich und nützlich, in Zeiten, in denen Milch weltweit über dem EU-Binnenmarktpreis abgesetzt werden kann, wirkt es allerdings kontraproduktiv und sollte daher angepasst werden. Besonders bei österreichischen Milchbauern, die nur mit unterdurchschnittlichen Milchquoten ausgestattet sind, führt dies zu einer deutlichen Belastung, Gelder müssen an das EU-Budget entrichtet werden, die für die betriebliche Weiterentwicklung verloren sind.

Vorstellbar zur Vermeidung bzw. Reduktion der Superabgabe sind z.B. eine Streichung der sog. Fettkorrektur, weiters vorstellbar ein "Aussetzen der Strafzahlung" oder eine EU-weite Saldierung in Zeiten, in denen der Weltmarkt gut läuft. Dadurch könnte auch der Ausstieg aus dem Quotensystem, der ohnehin für 2015 beschlossen ist, besser bewerkstelligt werden.

"Ich hoffe, daß angesichts der hohen Belastung für die österreichischen Milchbauern seitens des Landwirtschaftsministeriums ein politischer Vorstoß in Brüssel gesetzt wird, um diese Belastung für unsere Milchbauern zu reduzieren. In Zeiten, in denen der Markt international aufnahmefähig ist, darf die Entwicklungsfähigkeit der heimischen Milchwirtschaft nicht weiter gebremst werden", ergänzte Petschar.



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Mag. DI Johann Költringer
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