Pressegespräch: Milch - Potentiale neu entdecken
Marktentwicklung und Vorbereitung auf Quotenende im Fokus

Österreichische Milch ist sicher

„Österreichs Milch ist sicher, darüber darf es keinerlei Zweifel geben. Der jüngste Vorfall im Zuge einer offensichtlich unsachgemäßen Entsorgung einer Altlast durch ein Zementwerk ist lückenlos aufzuklären. Eine Entsorgung von giftigen Industrieabfällen und mangelnde behördliche Kontrolltätigkeit haben die Milchwirtschaft in dieser Region in Misskredit gezogen. Die Molkereien unternehmen jedenfalls alles, um die hohe österreichische Qualität und Lebensmittelsicherheit zu gewährleisten.

Vollständige Aufklärung gefordert

„Wir erwarten uns von Behörden und Industrie einen verantwortungsvollen Umgang mit der Umwelt und wir verwehren uns aufs schärfste dagegen, dass ein Umweltskandal zum Milchskandal umgemünzt wird“, erklärte Direktor Helmut Petschar, Präsident der Vereinigung Österreichischer.

Milch ist ein hochwertiges Lebensmittel

Milch hat ein großes Potential als hochwertiges Lebensmittel aufgrund ihrer hervorragenden ernährungsphysiologischen Eigenschaften. Milch aus Österreich kann besonders beim Thema Qualität punkten: Schließlich ist Österreichs Milch einzigartig, sie ist zu 100 % gentechnikfrei, über 75 % der österreichischen Milch stammt aus Berg- und benachteiligten Gebieten, sie wird unter strengsten Umwelt- und Tierschutzbestimmungen in klein- und mittelbäuerlichen Betrieben mit größter Verantwortung hergestellt, sie unterliegt strengsten Qualitätskontrollen - von der Produktion bis ins Regal, gibt es viele Spezialmilchsorten, sei es Heumilch, Bergbauernmilch oder Bio-Wiesenmilch, welche die besondere Qualität unterstreichen. Schließlich wird Milch in den österreichischen Molkereien und Käsereien mit großer Sorgfalt zu hochwertigen konsumfertigen Lebensmitteln mit höchsten Standards verarbeitet, dafür sorgt unter anderem der österreichische Lebensmittecodex und das AMA-Gütesiegel.
Das hohe Potential der österreichischen Milch findet auch im Ausland Anklang, schon jetzt geht mit 48 % fast jeder zweite Liter ins Ausland, auch dort kann österreichische Qualität punkten.

Der Milchmarkt wächst

Milch hat großes Potential in der weltweiten Ernährung, dies zeigt auch der weltweit steigende Konsum. Die FAO erwartet zwischen 2010 und 2020 einen Anstieg der Weltmilchproduktion von 600 auf 740 Mio. Tonnen, besonders Länder mit hohen Einkommenssteigerungen im südostasiatischen Raum setzen immer mehr auf das hochwertige Lebensmittel Milch und sorgen damit für hohe Nachfragezuwächse, die durch die örtliche Produktion nicht befriedigt werden kann. An diesem Potential möchte auch die heimische Milchwirtschaft partizipieren, Österreich erwartet mit dem Auslaufen der Milchquote mehr Milch, die es vor allem auf den Exportmärkten abzusetzen gilt.

Erfolgsstory österreichische Milchexporte

Der Export der heimischen Milchwirtschaft hat sich seit dem EU-Beitritt sehr positiv entwickelt, die Exporte sind von 123 Mio. Euro auf 1.123 Mio. Euro im Jahr 2013 gewachsen, der positive Außenhandelssaldo von 17 Mio. Euro auf 465 Mio. Euro. Mit dem Auslaufen der Milchquote wird auch in Österreich mehr Milch zu erwarten sein, die vornehmlich im Ausland abgesetzt werden muss. Dazu bereiten sich die heimischen Molkereien jetzt bereits durch den Ausbau der Verarbeitungsmöglichkeiten vor, um diese Mehrmenge auch auf den Märkten unterzubringen. Der Erfolg der heimischen Milchwirtschaft hängt zu einem wesentlichen Teil von der internationalen Entwicklung ab.

Partnerschaft mit Handel wichtig

Von den Handelsketten erwarten sich die heimischen Milchverarbeiter eine faire Umgangsweise, die getragen ist vom gemeinsamen Bestreben die heimische Lebensmittelqualität weiter auszubauen. Die österreichischen Molkereien leisten dazu ihren Beitrag durch die hohe Qualität der Produkte und regionale Spezialitäten. Die österreichische Milchwirtschaft appelliert an den österreichischen Handel, das Russlandthema nicht dafür zu missbrauchen, höchste heimische Qualität ebenfalls einem entsprechenden Preisdruck auszusetzen, denn dies gefährdet langfristig die hohe Qualität der heimischen Produktion. Wir sind überzeugt, dass die heimischen Konsumenten Milch und Milchprodukte mit heimischen Standards wollen und schätzen.

Österreichs Milchwirtschaft setzt auf Qualität

Nach dem Ende der Quotenregelung steht die österreichische Milchwirtschaft weiterhin für kompromisslose Qualität. „Wir glauben, dass wir mit unseren vorbildlichen österreichischen Qualitätsstandards auch in Zukunft auf den internationalen Märkten und am Heimmarkt entsprechende Chancen haben“, erklärte dazu Petschar.

Milchwirtschaft wichtig für Produkt und Landschaft

Die Milchwirtschaft ist eine der wichtigsten Säulen der heimischen Landwirtschaft, vor allem im Berg- und benachteiligten Gebiet bietet die Milchwirtschaft eine der wenigen Möglichkeiten für die landwirtschaftliche Produktion, gleichzeitig erfolgt damit auch die Erhaltung und Pflege der heimischen Landschaft.

Aktuelle Situation am Milchmarkt schwierig

Die aktuelle Situation am Milchmarkt ist nach wie vor gekennzeichnet durch die Auswirkungen des russischen Importembargos. Seit August ist der gesamte russische Markt für Milchprodukte aus der EU gesperrt. Damit fallen an die 260.000 Tonnen Käseexporte sowie ca. 30.000 Tonnen Butterexporte nach Russland mit einem Schlag weg, Mengen die nun anderwärtig vermarktet werden müssen und Auswirkungen auf die Preise zeigen. Dies wurde auch in Österreich seitens der einzelnen Handelsorganisationen zum Anlass genommen, die Einkaufspreise für heimische Milchprodukte abzusenken.

Anlieferung steigt

Die Milchanlieferung ist im heurigen Jahr deutlich gestiegen, Österreich verzeichnete bis Anfang November einen Zuwachs von 5,1 %, die EU (bis Ende September) von 5,4 %, auch weltweit sind steigende Milchmengen zu verzeichnen. Diese Mehrmengen wurden bis zum Russlandembargo von den Märkten gut aufgenommen.

Erzeugerpreise 2014 im Durchschnitt über 2013

Der durchschnittlich ausbezahlte Milchpreis (mit natürlichen Inhaltsstoffen) lag in den ersten zehn Monaten des heurigen Jahres bei 39,90 Cent/kg netto und 44,69 Cent/kg  brutto, dies stellt im Vergleich zu den Vorjahrespreiswerten ein Plus von 8,9 % dar.
Trotz der Rückgänge bei den Preisen in den letzten Monaten infolge des Russlandembargos zeigten die Bauernmilchpreise für das gesamte Jahr 2014 nach oben, dies vor allem aufgrund der guten Absatzlage im ersten Halbjahr. Aktuell sind die Preise europaweit rückläufig.

Ausblick

Österreichs Milchwirtschaft rechnet zum Auslaufen der Quoten mit einer weiteren Ausdehnung der Milchanlieferung in Österreich und europaweit. Auch der Wettbewerb wird weiter steigen. Darauf bereiten sich die österreichischen Molkereien durch entsprechende Investitionen in der Be- und Verarbeitung vor. Gleichfalls versuchen die Molkereien verstärkt über den Export neue Märkte zu erschließen. Deshalb wird auch die Wiederbelebung der „Exportinitiative“ positiv gesehen, die österreichischen Milchverarbeiter erwarten sich dazu Unterstützung seitens der öffentlichen Hand.
Abschließend dankt Präsident Petschar den österreichischen Konsumenten und dem österreichischen Handel für das Bekenntnis zu heimischen Qualitätserzeugnissen. „Eine gute Partnerschaft zwischen Milchbauern, Milchverarbeitern, Handel und Konsumenten wird auch in Zukunft für eine gute Entwicklung entscheidend sein“, so Petschar.

 

Rückfragehinweis:
Mag. DI Johann Költringer
VÖM – Vereinigung Österreichischer Milchverarbeiter
Friedrich-Wilhelm-Raiffeisenplatz 1, A – 1020 Wien
Tel:     +43/1/90 664 – 2558
Email:    voem@netway.at