Milchwirtschaft sichert hochwertige Ernährung
Milchwirtschaft für Partnerschaft mit Handel und Tourismus

„Die Entwicklungen rund um die Covid19-Krise haben gezeigt, wie verwundbar internationale Warenströme sind und wie wichtig eine gesicherte Eigenversorgung mit heimischen Lebensmitteln ist. Die österreichische Milchwirtschaft steht für eine gesicherte Versorgung mit hochqualitativen Milchprodukten, Ernährungssouveränität ist ein wichtiges nationales Anliegen, das wir gerne gewährleisten“ erklärte der Präsident der Vereinigung Österreichischer Milchverarbeiter Helmut Petschar anlässlich des Weltmilchtages, der heuer unter eigenen Vorzeichen abläuft. „Ich bedanke mich bei allen Milchbauern, den Mitarbeitern in den Molkereien, in der Logistik und im Handel für Ihren täglichen Einsatz, der gewährleistet, dass Milchprodukte mit höchster Qualität tagtäglich auf den Tisch der Konsumenten kommen“, stellte Petschar weiter fest.
„Eine gesicherte Eigenversorgung auch in Krisenzeiten kann nur dann gelingen, wenn diese erwünschten Qualitäten auch zwischen den Krisenzeiten gekauft und dafür Preise bezahlt werden, welche die erhöhten Qualitätsanforderungen abgelten und allen Beteiligten der Wertschöpfungskette ein Einkommen zukommen lassen. Hier ist besonders der heimische Lebensmittelhandel gefordert. Mein Dank gilt allen Verantwortlichen im Handel und den Konsumenten, die mit ihrem Einkaufsverhalten dafür sorgen, dass wir auch morgen eine sichere Versorgung mit heimischen Qualitätsprodukten haben,“ so Petschar.

Österreichische Qualitätsstrategie setzt internationale Maßstäbe

Milch und Milchprodukte sind aufgrund ihrer hochwertigen, ernährungsphysiologischen Zusammensetzung ein wichtiger Bestandteil einer ausgewogenen Ernährung. Österreich gilt als Milchland mit einer großen Tradition, ein Land, das international bekannt ist für seine hohen Qualitätsstandards, die zurecht anerkannt und geschätzt werden.
Die Qualitätsstrategie der österreichischen Milchwirtschaft umfasst Gentechnikfreiheit seit über zehn Jahren, den Verzicht auf bedenkliche Pflanzenschutzmittel, den Verzicht auf Soja aus Übersee und Palmöl im Futter als Beitrag zur Rettung des Regenwaldes und des Klimas, die EU-weit besten Klimaschutzwerte, durchgängige Qualitätssicherungsprogramme, wie das AMA Gütesiegel, hohe Tierwohlstandards, die Milchproduktion auf kleinen und mittleren Familienbetrieben, eine große Produktvielfalt mit vielen regionalen und Spezialprodukten, wie Heumilch oder Biowiesenmilch. Zudem entwickeln die Molkereien laufend Produktinnovationen und sind auch im Export sehr erfolgreich.

Passende Rahmenbedingungen und Unterstützungsmaßnahmen


Die Covid 19-Krise hat auch in der österreichischen Milchwirtschaft Schäden verursacht. Der abrupte Ausfall des Gastronomie- und Tourismussektors, der bisher für ca. 26 % des Absatzes stand, hat je nach Kundenausrichtung für Molkereien Ausfälle in unterschiedlichem Ausmaß gebracht, die durch Mehrabsätze über den Lebensmitteleinzelhandel nicht immer ausgeglichen werden konnten. Ebenfalls kam es zu teilweisen Einschränkungen im Export. Mehrere Molkereien haben daher mit Ihren Bauern Programme mit Produktionseinschränkungen entwickelt.
Für die österreichische Milchwirtschaft sind daher jetzt politische Hilfsmaßnahmen in Österreich und auf EU-Ebene notwendig, um Marktverwerfungen zu verhindern. Neben der sog. Privaten Lagerhaltung sollte auch das Instrument der freiwilligen Lieferrücknahme unterstützt werden. Zusätzlich gilt es in der Ausgestaltung der kommenden Gemeinsamen Agrarpolitik darauf zu achten, dass mit dem „Green Deal“ und der „Farm to Fork Strategie“ passende Rahmenbedingungen für eine positive Weiterentwicklung einer nachhaltigen und qualitätsorientierten Milchwirtschaft, besonders auch in Berggebieten erreicht werden.

Österreichs Milchwirtschaft ist Partner für Tourismus

Die österreichische Milchwirtschaft steht nicht nur für die Produktion hochwertiger Lebensmittel, die Milchbauern sorgen auch für den Erhalt des Grünlandes, vor allem im Berg- und benachteiligten Gebiet und sichern damit eine gepflegte, lebendige und ansprechende Kulturlandschaft als Basis für den Tourismus. Die Milchwirtschaft prägt viele Fremdenverkehrsgebiete und produziert unter schwierigen Bedingungen bis hinauf in die Almen hochwertige Milchprodukte. Ohne diese Produkte und die gepflegte Landschaft wäre der österreichische Tourismus nicht vorstellbar.
“Umso naheliegender ist daher eine gute Partnerschaft zwischen der Milchwirtschaft und dem Tourismus, zumal der Genuss hochwertiger heimischer Milchprodukte in der Gastronomie und im Tourismus zusätzliche Authentizität und damit einen Mehrwert für die Gäste bringt, der für den Neustart des Tourismus in partnerschaftlicher Weise bestmöglich genutzt werden soll“, ergänzte Petschar.


Weitere Informationen:
Mag. DI Johann Költringer
VÖM – Vereinigung Österreichischer Milchverarbeiter
Friedrich-Wilhelm-Raiffeisen-Platz 1 – 1020 Wien
Tel: +43/1/90 664 – 2558, Email: voem@netway.at