Nationale Ausgestaltung der GAP
Petschar fordert Maßnahmen zur Absicherung der Milchwirtschaft: Nachhaltigkeit und Qualität im Mittelpunkt

„Die Milchwirtschaft nimmt in der österreichischen Landwirtschaft eine sehr wichtige Rolle ein, besonders in Berg- und benachteiligten Regionen ist sie die agrarische Schlüsselbranche. Die GAP und deren nationale Ausgestaltung müssen daher passende Rahmenbedingungen und neue Impulse für eine positive Weiterentwicklung der österreichischen Milchwirtschaft bieten, denn daran hängt nicht nur die Versorgungssicherheit mit hochwertigen Lebensmitteln, sondern auch die Zukunft dieser wichtigen Regionen“ erklärte der Präsident der Vereinigung Österreichischer Milchverarbeiter Dir. Helmut Petschar zu den Begutachtungsentwürfen des BMLRT zur nationalen Ausgestaltung der GAP.

Neben der wirtschaftlichen Bedeutung und den in der Milchwirtschaft erzielten Einkommen sind auch wesentliche überwirtschaftliche Leistungen des Sektors etwa im Bereich Umwelt- und Nachhaltigkeit z. B. für die Biodiversität, den Grünlanderhalt, Klimaschutz und die naturnahe Bewirtschaftung zu nennen, weiters wird über die Landschaftspflege die Basis für den Tourismus im ländlichen Raum geschaffen.  Zusätzlich ist während der Pandemie der Wert einer sicheren Eigenversorgung mit hochwertigen Lebensmitteln neu ins Bewusstsein gerückt.

Die öst. Milchwirtschaft hat sich mit ihrer Qualitäts- und Nachhaltigkeits­strategie eine international beachtete Vorreiterrolle erarbeitet, die weiter ausgebaut werden soll und im gesamtgesellschaftlichen Interesse einer gezielten Unterstützung bedarf.

Von besonderer Bedeutung ist dabei, dass nicht nur die landwirtschaftliche Produktion selbst, sondern auch die Verarbeitung, die in Österreich aufgrund der dominierenden genossenschaftlichen Strukturen sowie seit Generationen verwurzelten Privatunternehmen sehr eng mit den Landwirten zusammenarbeitet, im Fokus der Bemühungen und Unterstützungen stehen muss, zumal eine höhere Wertschöpfung für die Landwirte letztlich nur zusammen mit einer gut aufgestellten Verarbeitung zu erwirtschaften ist, was auch bisherige Analysen unter Beweis gestellt haben, so Petschar.

Aus Sicht der Milchwirtschaft sollten folgende Punkte in der nächsten Programmperiode stärker forciert werden:

  • Schwerpunkt der agrarpolitischen Bemühungen muss die Absicherung und Weiterentwicklung einer nachhaltigen und wettbewerbsfähigen, klein- und mittelbäuerlich strukturierten Milchwirtschaft sein.
  • Die Qualitäts- und Nachhaltigkeitsstrategie der heimischen Milchwirtschaft ist mit geeigneten Maßnahmen zu unterstützen.
  • Die Investitionsförderung muss den gesteigerten Umwelt- und Tierwohlanforderungen an die Milchviehhaltung gerecht werden.
  • Zur Steigerung der Wertschöpfung bedarf es mehr Unterstützungsmaßnahmen für Investitionen in der Verarbeitung.
  • Abgeltung von natur- und strukturbedingt höheren Erfassungskosten in besonderen Fällen
  • Neue Ansätze für Absatzförderungs- und Informationsmaßnahmen

Rückfragehinweis:

Mag. DI Johann Költringer
VÖM – Vereinigung Österreichischer Milchverarbeiter
Friedrich-Wilhelm-Raiffeisen-Platz 1
1020 Wien
Tel: +43/1/90 664 – 2558,
Email: voem@milch.or.at